Afrika

Die zwei höchste Berge Afrikas bestiegen

Mit Bergkameraden der Alpingruppe Adonis der Sektion Karpaten des DAV bestiegen wir den Mount Kenya 5199m und den Kilimanjaro 5895m, haben Safaris in drei Nationalparks Afrikas erlebt, einen Einblick in das Leben der Massai und der Stadtbevölkerung erhalten, sowie Kulturstädten in Nairobi besucht. Die Teilnehmer waren: Schlosser Detlef, Stefan Kovacs, Frasek Miroslaw und Reinhold Kraus. Die Reise habe ich selbst organisiert, unterstützt von den Teilnehmer.

Ich denke, dass es jedem so ergehen wird wie mir, der zum ersten Mal nach Afrika reist: Begeisterung über die Kunststücke der Natur, staunen über die Lebensart einiger Stämme, nachdenklich gestimmt von der sozialen und wirtschaftlichen Lage dieser ostafrikanischen Länder Kenia und Tansania. Nach intensiver Vorbereitung wie Joggen, Bergsteigen, Informationen einholen, Impfungen, Visum und Flug buchen, begann unsere Reise auf dem Münchner Flughafen.

In Kinderzeiten kannte ich Afrika aus dem Film „Daktari“ in dem mich die Jagd auf die wilden Tiere mit dem Jepp in der Savanne beeindruckte und später aus dem Film „ Jenseits von Afrika“ der das Leben der Dänin Karen Blixen verfilmte. In ihrem Autobiografischen Roman schrieb sie: „ Im Hochland erwacht man in der Früh und weiß, hier bin ich wo ich sein sollte“, womit sie ihre Liebe zu Afrika (Kenia) ausdrückte. Hier lebte sie zwischen 1914-1931und unterhielt eine Kaffee Farm. Zu den Schwarzen hatte sie eine feste persönliche Beziehung bis hin zu guten Freundschaften, die sie zwar nie ganz verstanden hat, wie sie selbst schrieb, und sich verstärkt für ihre Rechte einsetzte. Das Buch und Film „Die weiße Massai“ von Corinne Hofmann, gewährte mir einen tiefen Einblick in das Leben des Massai Stammes in die Sitten und Gebräuche. In den letzten Jahren erfuhr ich über die Medien über den erfolgreichen Unabhängigkeitskämpf in Süd Afrika, der sich gegen die weiße Herrschaft richtete aber auch über die grausigen Kriege zwischen verschiedenen Volksgruppen, bei dem Tausende von Menschen umgebracht wurden. Wie werde ich diese anders aussehende Menschen in ihrer Heimat empfinden, wie werde ich die bis her unbekannten Vegetationszonen und Landschaften erleben?

Vorbereitung und Anreise

Nach intensiver Vorbereitung wie Joggen, Bergsteigen, Informationen einholen, Impfungen, Visum und Flug buchen, begann unsere Reise auf dem Münchner Flughafen. Über Dubai erreichten wir nach 12 Stunden Flug gegen Mittag Nairobi, die Hauptstadt von Kenia, mit einer Bevölkerung von fast 3 Millionen Einwohnern, einer Weltstadt, in der viele internationale Organisationen ihren Sitz haben, aber auch die größten Slums Ostafrikas zu finden sind. 70 % der Kenianer sind Christen, 6% bekennen sich zum Islam und 19 % sind Mitglieder der traditionellen Religionen afrikanischen Ursprungs. Es war kein Zufall, dass wir zu dieser Jahreszeit dort waren, da von Dezember bis Mitte März die wenigsten Niederschläge zu verzeichnen sind, die höchsten Jahrestemperaturen, im Schnitt zwischen 18° und 30° Grad. Nairobi liegt auf 1700 Hm und somit wirkte die Hitze nicht erdrückend. Frieda, die Taxifahrerin, war unsere erste Kontaktperson auf dem Kenyatta Flughafen, höflich, entgegenkommend, fröhlich und geschäftstüchtig, Eigenschaften, die wir bei den meisten Afrikabürgern denen wir begegneten, feststellen konnten. Frieda vermittelte uns gleich einen „Operator“ einen Reiseveranstalter, mit dem wir nach kurzem Verhandeln unsere Tour auf den Mount Kenia organisierten. Das heißt, Transport zu dem Berg, Verpflegung, Führung. Gehen muss man allerdings selbst. Das Taxi brauchte uns zu dem Hotel das ich schon im Internet auswählte, das sich mit dem Namen Paradies schmückte, wo wir mit € 15 recht günstig Übernachtet haben. Bett, Bad mit Dusche und Frühstück.

Besteigung Mount Kenia 5300m – zweithöchster Berg Afrikas

Am nächsten Morgen holte uns Peter der Chef des Reisebüros von unserem Hotel ab, fuhr uns zu seinem Büro, damit wir die Sachen die wir nicht mitnehmen wollten bis zu unserer Rückkehr dort verstauen. In einem Jeep mit 8 Plätzen ging es dann Richtung Mount Kenia in die Stadt Nanyuki die von Nairobi 250 Km entfernet ist. Von Süden kommend weist beim Ortseingang von Nanyuki ein Schild darauf hin, dass man nun den Equator überquert. Hier wurde uns der Coroolis Effekt vorgeführt, nämlich das die Wassermassen auf der nördlichen Halbkugel eine Rechtsablenkung haben und auf der Südlichen eine Linksablenkung. Auf unserem Spaziergang durch die Stadt Nanyuki begegneten wir britische Soldaten die hier stationiert sind. Kenia war eine britische Kolonie die durch die Mau- Mau Bewegung 1920 – 1957, ein blutiges Ende fand. Dabei verloren 11.000 schwarze Mau-Mau Aufständische ihr Leben, 600 Sicherheitskräfte, darunter ca.100 Weise. 1963 wurde zwischen der KANU (Kenia African National Union) und dem Duke of Edinburgh die Unabhängigkeitserklärung unterschrieben. Jomo Kenyatta wurde erster Staatspräsident und blieb dies bis zu seinem Tod 1979. Heute hat Kenia eine parlamentarische Demokratie, in der alle fünf Jahre neue Wahlen stattfinden. Zurück zu unserer Bergtour. Wir hatten uns für die Naro Moru Route entschieden, eine von vier Routen die auf den Mount Kenia führen. Beim Eintritt in den Nationalpark trafen wir uns mit unserer Begleitmannschaft, die sich aus einem Bergführer, einem Koch und 8 Trägern zusammensetzte. Warum so viele Träger? Zu einem hat das mit der großen Arbeitslosigkeit (60 %) zu tun, zum anderen weil man die ganze Ausrüstung und das Essen, auch für die Träger, hoch tragen musste und nicht zuletzt um den Touristen einen guten Service zu bieten. In der Früh stand eine Waschschüssel mit warmen Wasser vor unserem Zelteingang, danach verkündete eine zaghafte Stimme „Sirs your breakfearst is ready“. Kaffee, Schoko, Omeletten, gebratene Wurst, Haselnuss- und Kirschenmarmelade, sieben Sorten frische Südfrüchte gehörten dazu und das sollte sich auch auf 4700 m nicht ändern. Bei dem Mittagessen und/oder Abendessen wurde Suppe und meist Hühnchen mit Bratkartoffeln oder Reis serviert. Zwischen den Mahlzeiten gab es frisches Popkorn oder warme Haselnüsse. Unsere Riegel blieben all die Tage unberührt im Rucksack. Wir mussten uns daran gewöhnen verwöhnt zu werden. Die Übernachtungsstationen waren die Meteo Station, 3048m, das Meckinders Camp, 4300m, benannt nach dem Erstbesteiger des höchsten Gipfels dem Batian ,5199m, im Jahr 1899, und Austrian Hut, 4790m, der Ausgangspunkt zu den Gipfeln des höchsten Berges Kenias. Der Name des Landes leitet sich von diesem Berg ab, da das Volk der Kamba ihren heiligen Berg „Kiinyaa“ nannten. Durch den Schweizer Missionar Ludwig Krampf, der um 1849 hier verweilte, kam das Land zu seinem Namen „Kenia“. Als Krampf zum ersten Mal in Europa von Schnee und Eis bedeckten Bergen am Äquator erzählte, glaubten ihm selbst anerkannte Forscher nicht. Erst vierzig Jahre später sollte eine österreichische – ungarische Expedition unter Leitung von Graf Sammuel Teleki von Szek bis auf 4250m hochsteigen und diese Aussage bestätigen. Schon aus der Ferne bietet der vulkanisch entstandene Mount Kenia mit seinen schneebedeckten und zerklüfteten Kuppen ein grandioses Bild. Beim Aufstieg passiert man fünf verschiedene Vegetationszonen. Ein Waldgürtel mit Zedern, Steineiben und Kampferbäumen als dominierende Baumarten, erstreckt sich über die erste Vegetationszone in einer Höhe von 2000 – 2400m, daran schließt die Bambuszone bis in Lagen von 2800 m, gefolgt von einem dichten Regenwald (Montanwald genannt) bis 3300 m an. Zu der großen Pflanzenvielfalt gehören die Hagenia Bäume, Orchideen, hohe Farne und überall Moose. Es folgt die Baumheide und Moorlandzone, eine märchenhafte Landschaft die von riesigen Lobelien die bis zu 7m hoch wachsen und dem Riesenkreuzkraut welches bis zu 4m hoch wachsen kann, geprägt ist . Ab 4500m beginnt die Fels und Gletscherzone, in der nur noch Moose und Flechten überleben. Die Gehzeit zwischen den Lagern betrug im Schnitt vier Stunden, auf gut ausgetretenem Wegen, somit für jeden der gerne wandert machbar. Von dem letzten Lager, Austrian Hut war es nur noch ein Katzensprung, eine gute Stunde Gehzeit, bis zu dem Trekkinggipfel Point Lenana 4985m, von dem aus man die andern Täler und einige Seen bewundern konnte. Hier machten wir unser erstes Gruppenfoto mit unserer mitgebrachten Vereinsfahne. Das erste Ziel war erreicht, der Landschaftshunger gestillt und das Herrschergefühl es bis auf diesen Gipfel geschafft zu haben brachte Genugtuung.

Klettern in 5300 m, Besteigung Nelion Gipfel

Den Tag darauf überquerten Stefan und ich einen Gletscher um zu dem Ausgangspunkt der Kletterroute zu gelangen, die auf den Nelion Gipfel, 5188m führt. Die 350m hohe steile Wand flößte uns bei ihrem Anblick Respekt ein und die Beschreibung sagt, dass die Wand schwerer als die Besteigung des bekannten Materhorns ist. Wir hatten eine Karte auf der die Route eingezeichnet war, doch keine Zeit diesen Weg mit den Augen gründlich abzutasten. Es gibt auch keinerlei Markierungen und auch keine Sicherheitshacken auf dieser alpinen Route. In dem Ausgangslager Austrian Hut gab es keine Bergwacht, die im Falle eines Unfalles helfen konnte. Mit diesem Wissen belastet, gingen wir zum Einstieg und schwören uns mit Stefan ein keinen Fehler zu machen. Es war 7 Uhr als wir angeseilt die erste Seillänge hinaufkletterten. Die Temperatur war etwas minus fünf Grad doch wir hatten Glück, dass die Sonne nicht lange auf sich warten ließ. Mit der Nase in der Wand ist es sehr schwierig, die ideale Route zu finden. Wir kletterten im Überschlag, das heißt das einmal Stefan und dann ich den Vorstieg machte. Nur ein leichtes Windsäuseln durchbrach die fast unheimliche Stille. Bei schweren Kletterpassagen ging unser Atem wie eine Lokomotive, da uns schließlich nur noch die Hälfte des Luftdruckes auf Meereshöhe zur Verfügung stand. Das Befürchtete trat nun ein. Die Kletterei wurde immer schwieriger, viel schwerer als die beschriebene Route, ca. 5-6 Schwierigkeitsgrad und wir erkannten, dass wir uns verstiegen haben. Die Spannung war groß, doch wir behielten die Ruhe und konnten uns neue orientieren. Eines der wichtigsten Eigenschaften eines Bergsteigers ist es seine Angst im Griff zu haben um die unerwartete Situation meistern zu können. Geling dieses verwandelt sich diese Angst in einen großes Lustgefühl, durch die Befreiung aus der todesbedrohlichen Situation. Nach 5 Stunden erreichten wir die Biwak Schachtel eine Alu-Konstruktion aus Resten eines abgestürzten Fliegers gebaut, in der vier Personen zur Not nächtigen können. Ein größeres Glücksgefühl kam zum ersten Mal auf, um das Wissen wieder auf der vorgeschrieben Route zu sein. Wir kletterten weiter, der ganze Körper war gefragt. Die Augen tastet den Fels nach Griffen und Tritten ab, die Hände und Füße immer wieder bemüht das Gleichgewicht herzustellen, alle Sinne in Bereitschaft für das Neuland das sich uns hier bot. Doch unüberwindbare Überhänge blockierten uns den Weg. Nach sieben Stunden und 13 Seillängen, haben wir uns im letzten Drittel der Route erneut verstiegen, und beschlossen, aus Zeitgründen unseren Aufstieg hier abzubrechen, da Dety, Mirek und die Trägermannschaft auf uns warteten. Doch wo sind die Abseilhacken, von denen uns andere Bergsteiger erzählten? Ich denke Gott hat uns zu dem Beginn dieser Abseilroute gelenkt, einem vier Zentimeter einbetoniertem Eisenhacken, der im Verhältnis zu dieser Riesen Wand wie eine Nadelkopf in den Heuhaffen wirkte. Wenn wir den Hacken nicht gefunden hätten, wäre es sicherlich Nacht geworden, bis wir wieder den Ausgangspunkt erreicht hätten und wären massivem Steinschlag ausgesetzt gewesen. Ein zweites großes Glücksgefühl stellte sich ein als wir wieder festen Boden unter den Füssen hatten und wir waren stolz so viel geleistet zu haben obwohl wir knapp vor dem Gipfel des zweiten höchsten Berges Afrikas umkehren mussten. Stolz waren wir auch auf unser Können, stolz in schweren Situationen die Ruhe behalten zu haben. So schön kann Klettern sein! Wir seilten ab und sind noch am gleichen Tag zum Mekinder´s Camp abgestiegen, wo wir Detlef und Mirek wieder trafen, die den Mount Kenia an diesem Tag in ca. 5 Stunden umrundeten und begeistert waren von der abwechselungsreichen Landschaft, sehr karg nahe am Berg und dem Grün in den Tälern.

Nationalparks Masai Mara, Tarangeri und Ngorongoro

Nach dem Abstieg fuhren wir zurück nach Nairobi um am nächsten Tag auf Safari in den Masai Mara Nationalpark zu fahren. Zurzeit stehen 8% der Landfläche Kenias unter Naturschutz, organisiert in 26 Nationalparks und 30 Reservate (die Bevölkerung hat in den Reservaten Weiderecht). Da die Straßen, die zu dem Nationalpark führten, verdammt schlecht waren, verwunderte es uns nicht, das unser Jeep, von der einen oder anderen Panne nicht verschont blieb, jedoch gab es immer eine technische Lösung, gemäß dem Motto,„Hakuna Matata“ das heißt: kein Problem. Der Radiator wurde mit einem Leinen strick festgebunden, und als die ganze Aufhängung brach, wurde diese in drei Stunden wieder geschweißt. Am nächsten Morgen, herrschte natürlich gespannte Erwartung, und nachdem wir das Dach des Jeeps, nach kurzer Fahrtzeit öffneten um freie Sicht zu haben, wurden wir nicht enttäuscht, ein Löwenrudel durchstreifte gelangweilt die Savanne. Zebras, Thomson Gazellen, Büffelherden, Gnus, Strauße, Kronenkraniche, um nur einige Tierarten zu nennen, grasten in aller Ruhe das frische Gras der Savanne. In Tansania besuchten wir den Tarangeri Nationalpark. Hier beeindruckten uns nicht nur die Tiere, sondern auch die Landschaft, die von den Affenbrotbäumen (Baobab), sowie von Dattelpalmen, dem Leberwurstbaum, dessen Früchte tatsächlich wie Leberwürste aussehen und den vielen Termitentürme, geprägt ist. Eine Herde von hunderten Elefanten und eine viele Giraffen, sowie unzählige Vögel begeisterten uns. In Nordtansania befindet sich auch das Reservat Ngorongorokrater, der als Wildschutzgebiet unter dem Schutz von UNESCO steht. Der größten Krater der Welt hat einen Durchmesser von 22 km, mit einer Fläche von 250 Km2. Der Kraterboden liegt 600 m tiefer als der Kraterrand. Auf diesem Präsentierteller, der nur an einem Rand mit einem Akazienwald bewachsen ist, leben 25 000 Großtiere. Ein Wegweiser auf einer Schotterstraße die den Krater durchstreift stand „Hippo Pool“, wo wir die Nilpferde beim Baden beobachten konnten. Unweit davon spazierte eine Geparden Familie dahin, ein Fuchs verfolgte ein Jungtier der Thomson Gazelle, während etwas weiter ein Nashorn alleine vor sich hin graste, und auf dem See Hunderte von Flamingos in dem Sodahaltigen Wasser, nach Algen suchten. Am Himmel zogen Falken ihre Kreise. In dem kleinen Akazien Wald am Rande des Kraters bewegte Elefantenmännchen Baumstämme, Elefantenweibchen steigen nie in den Krater, warum konnte uns keiner sagen. Diesen Nationalpark empfehle ich ihnen gerne weiter, da die Tiere von hier nicht auswandern, also zu jeder Jahreszeit da sind.

Der höchste alleinstehende Berg der Welt Kilimanjaro 5895m

Der Kilimanjaro, mit seiner weißen Mütze, ist ein alleinstehender Berg mit vulkanischer Herkunft, der vor 200 Jahren seine letzte Tätigkeit hatte, und ein „deutscher“ Berg ist. Tansania war bis 1918 eine deutsche Kolonie. Der Kibo wurde nämlich von einem Deutschen (Rebmann ) entdeckt von einem Deutschen (Decker) zum ersten mal untersucht und letztendlich von dem deutschen Geographen Dr. Hans Mayer nach drei Versuchen im Oktober 1889 bestiegen, erforscht und ihn durch seine Bücher bekannt machte. In der Swahili Sprache heißt er „Berg des Bösen Geistes“ und in der Masai Sprache „das Haus Gottes“. Beide Namen verraten dass der Berg für die Einheimische ein mystischer Ort ist. Mit dem Reisebüro African Trail aus Arusha, der drittgrößten Stadt Tansanias, die uns diesmal die Träger stellte, ging es von dem Machame Gate, 1800m Richtung Kilimanjaro los.

Machambe Route

Diese Route führt über folgende Lager: Machame, 3100m, Shira, 3800m, Karanga, 4250m, dem Ausgangslager zum Gipfel Baraffu Camp, 4600m und Kibo, insgesamt dauerte diese Tour fünf Tage. Auch hier führt der Weg durch mehrere Vegetationszonen wie beim Mount Kenia beschrieben, allerdings erstreckt sich der Regenwald auf eine größere Fläche. Auf dieser Route (Machame) sind gut begehbare Stege, mit Ausnahme der Barafu Wand, die etwas Schwindelfreiheit erfordert. Clement unser Guide, sorge immer dafür, dass kein Müll im Zeltlager zurückblieb und das die Natur in keiner Weise beschädigt wird. In den Lager sind Toiletten aufgestellt, und die „ Rangers“ kontrollierten die Nationalparktaxe. Den weißen Kopf des Kilimanjaros, der auf allen Fotos zu sehen ist, rückte immer Näher und bot uns grandiose Bilder bei den verschiedenen Lichtverhältnissen. Wir fühlten uns prächtig, da wir ja schon von dem Mount Kenia akklimatisiert waren und beschlossen die Tour von sieben auf fünf Tage zu verkürzen. Schneegraupel rieselte am Vorabend des Gipfelaufstieges auf unsere Zelte und wegen der großen Höhe 4600m und der Aufregung konnten wir kaum schlafen. Um ein Uhr gingen wir bei einer Temperatur von minus 8 Grad los. Am Himmel leuchteten die Sterne, unten im Tal die Lichter der Stadt Moshi und auf dem Berg die Taschenlampen der Gipfelaspiranten. Nach und nach holten wir alle Mannschaften ein die eher gestartet sind, (die meisten von ihnen, keine erfahrene Bergsteiger) ein, das uns bei aller Bescheidenheit richtig Spaß machte. Wir nannten es „Stirnlampenabschießen“ Der Steg der bis zum Gipfel über Steine und Geröll führt, waren nur leicht mit Schnee gepudert. In ca. 5500m beim Stella Point legten wir eine Pause ein, da die Anstrengung bei dieser Höhe doch groß war. Um kurz vor sechs Uhr standen wir an diesem Tag als erste Mannschaft auf dem höchsten Punkt Afrikas, dem Uhuru Peak (Freiheitsgipfel) 5895m. Für die 1300 Hm brauchten wir fünf Stunden. Glückwünsche, Umarmungen, Foto mit Fahne. Nie vorher waren wir auf solcher Höhe. Bald tauchte am Horizont der Sonnenteller auf und versetzte den Gipfel in ein rotes Licht, ein Licht das ich so nie zuvor gesehen habe. Überwältigend! Die Aussicht war herrlich! Etwas tiefer der 180m tiefe Kraterboden mit einem Durchmesser von 2 Km, unweit davon riesige senkrechte Gletscherbrüche, im Osten die Mawenzi Spitze, im Westen der Shira 3943m und aus dem Nebelschleier ragt der Kegel des Mount Meru, 4565m hervor. Ein Schluck Adoniszahnpaste und eine Zigarre, die Dety ein Freund mitgegeben hat, damit sie hier ihr Ende findet, waren natürlich Pflicht. Viele Bergsteiger die schweren Atems dien Gipfel erreichten machte große Augen bei dem Anblick unseres Gipfelrituals. Wir fühlten uns wie Könige, als wir die Landschaft mit unseren Blicken abtasteten. Es war schließlich „unser Land“ da wir es ja durch die Besteigung „ erobert“ hatten. Nach fast einer Stunde auf dem Gipfel mit erfülltem Bergsteigerherz beschlossen wir den ganze Berg an diesem Tag auf einmal abzusteigen. Wir wählten die Mewega Route und das waren 4200 Hm. Der Gipfelsieg gab uns regelrecht Flügel. Schon 16 Uhr erreichten wir den Eingang des Nationalparks, der auf 1800m liegt, wo ein Jeep auf uns wartete und uns nach Arusha brachte. Im Hotel Mezza Luna, feierten wir mit „Tusker“ – kenianischem Bier – und bei guter afrikanischer live Musik unsern Erfolg. Glückwunsch an dieser Stelle an Stefan, Mirek und Dety, die sowohl in der Vorbereitung als auch auf der gesamten Afrikareise Großes leisteten, wobei Dety maßgeblich bei der Organisation beigetragen hat. Stefan ist in Kronstadt großgewachsen und Skisport ausgeübt, Dety ist ein gebbürtiger Mediascher und beide schon seit vielen Jahre sehr aktiv in unserem Verein. Mirek kommt aus Polen.

Volkstämme, Masai Mara Stamm

In Nairobi besichtigten wir das Nationalmuseum, wo daran erinnert wird, dass die Wiege der Menschheit in Afrika sein könnte und eine Kulturstädte am Rand der Stadt, Bomas genannt. Täglich wurden hier Volkstänze aus verschiedenen Regionen Kenias aufgeführt, mit den entsprechenden regionalen Trachten. Mit Trommeln, einem Seideninstrument, mit Glöckchen an den Beinen und manchmal sogar mit einer Ziehharmonika zauberten die Künstler hinreisende afrikanische Rhythmen. Hier gibt es auch ein Dorfmuseum, in dem Behausungen von verschiedenen Volksstämmen ausgestellt sind. Die meisten sind runde Hütten, aus Lehm und Holz, andere viereckig mit Stroh abgedeckt. In Kenia gibt es 43 Volksgruppen, unter anderem die Nioten, Kalenjin, Kisii, und die wohl bekanntesten, die Masai, wobei die Kikuyu das größte und wirtschaftlichste Volk sind Es gibt noch etwa 100.000 Masai, die noch ganz primitiv als Nomaden in den Savannengebieten leben. Ihre traditionelle Existenzgrundlage ist das Vieh: Rinder, Schafe und Ziegen. In einigen Regionen betreiben sie auch Landwirtschaft ansonsten kaufen sie die Hauptnahrungsmittel, Reis und Mais auch ein, dafür legen sie zu Fuß viele Kilometer zurück. Oft sind sie auf die Nahrungsmittel der Hilfsorganisationen angewiesen. Wir besuchten ein Masaidorf, wo uns Tänze vorgeführt wurde, bei dem die großen gewachsenen Männer mit ihren hohen Sprüngen sich stolz präsentierten. Die bunt karierte Kleidung und der farbenfrohe Glasschmuck, ihre Tapferkeit im Kampf mit den wilden Tieren machten sie berühmt. Der Besuch in den Hütten ließ uns dann doch staunen über die Einfachheit oder die Armut in der diese Menschen leben. Die Hütte die wir besuchten war in zwei Räumen geteilt, in der Mitte brannte das Feuer einfach auf dem Boden und ein richtiges Abzugsloch für den Rauch gab es nicht. Dementsprechend mit Rauchschwaden durchzogen war die Luft, in der nur das Licht des Feuers der Dunkelheit eingesetzte. Fliegen überall wohin man sieht, auch auf den Gesichter der kleinen Kinder, die auf dem Rücken der Frauen gebunden sind. Es ist aus unserer Sicht kein Vergnügen eine Massaifrau zu sein, da diese sich um fast alles kümmern müssen: Wasser holen, kochen, die Kinder groß ziehen, bei der Hochzeit werden sie verschnitten und es heißt das eine Ziege manchmal mehr Wert ist als eine Frau. Die Massaikrieger, dürfen mehrere Frauen haben, sind aber trotz allem sehr Eifersüchtig, hüten das Vieh und Schlachten dieses wenn verschiedene Feste, wie Hochzeit, oder die Geburt eines Kindes ansteht. Seit einigen Jahren besuchen wenige von ihnen auch Schulen, da diese noch viel Geld kosten.

Rückflug über Dubai

Der Rückflug mit der Emirats Airline begann mit einer Verspätung von 6 Stunden was dazu führte, dass wir in Dubai kein Anschlussflug bekamen und somit eine Nacht in einem sehr noblen Hotel „ Millenium“ verbrachten. Wir ließen es uns nicht nehmen, dass einzige Siebensternehotel der Welt „Burj al Arab“ zu besichtigen. Das Hotel, das die Form eines Segelschiffs hat, wird in der Nacht mit verschiedensten Farben beleuchtet, die sich im Arabischen Golf spiegeln. Mit dieser Märchenweltkulisse und mit den vielen neuen Eindrücken aus Afrika, landeten wir zufrieden in München.

In Erinnerung bleiben uns auch die vielen Märkte, die Gesichter der schwarzen Menschen, die Souvenirläden, die manchmal aufdringlichen Verkäufer, die rote Erde, der Viehmarkt der Masai, die weite Savannenlandschaft, aber auch die Slums von Nairobi, die Straßenkinder und die Armut, aber auch die Erkenntnis, dass die Länder im Aufbruch in eine neue Zeit sind. Nur mit unsere Hilfe werden sie den Sprung aus der Armut zu schaffen. Unvergessen bleiben auch die vielen Tiere die wir auf unseren Safaris gesehen haben. Nicht zuletzt die Tatsache dass ich auch auf dieser Reise meine Fähigkeiten getestet und neu Erkenntnisse dazu gewonnen habe.